Feelings

Aller Wahrscheinlichkeit nach können sich die meisten meiner Leser nicht vorstellen was ich zur Zeit bezüglich meines Sports empfinde

Wahrscheinlich denken sie, er muss jetzt durch seine Verletzung am Boden liegen, schmerzverzerrt krampfhaft am Streak festhalten und sich zum Loslaufen zwingen

Ich stehe weiterhin um 5:30 mit Anja und Paul gemeinsam auf, verpennt wie eh und je, ich rede nicht viel und mache mich fertig für den Frühsport, ziehe mir bei der momentanen Scheißkälte vierundreißig Lagen übereinander an und laufe wie immer einige Minuten nach Anja und Paul los

Erst jogge ich, ähnlich des Bildes eines Massai-Kriegers mit den Stöcken in der rechten Hand tragend, meine zwei Kilometer Strecke zum Erhalt der Streakserie. Dafür gibt es diese Regel in den Statuten der Streakrunning-Vereinigung

Nach den ersten zwei Kilometern Joggen stoppe ich meine Uhr, schnalle die Nordic-Walking Stöcke an meine Handschuhe und starte die Uhr neu

Jetzt nordic-walke ich in den Morgen und dabei geht es mir gut

Ich spüre die Kraft, welche ich mir über Jahre antrainiert habe und meine Stimmung ist hell

Die Gefühle sind durchweg positiv

Dazu die richtige Musik, welche mich zum mitsingen animiert

Je nachdem wie gut ich den Text kenne bin ich lauthals dabei und stöckle in den Sonnenaufgang

Yeah

Da ist nichts von Verbissenheit, von Frust oder von Resignation

Nein, da ist Freude am Sport, an der Bewegung, es tut gut und es fühlt sich nachher so an, dass ich es morgen wieder will

Gymnastik, Obst, Joghurt und Körner

„They just couldn’t believe that someone would do all that running for no particular reason.“ Forrest Gump