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Zeit ist relativ

Auf meinem heutigen Morgenlauf, Nummer 3178 in Folge, verging meine Sicht auf die Zeit relativ ruhig und gleichmäßig. Durch Zufall verging sie exakt so schnell oder langsam, dass ich genau zu dem Zeitpunkt an einem bestimmten Punkt auf der Erdoberfläche zu stehen kam, an dem auch die Sonne ihre auf Grund der Entfernung und der damit verbundenen Lichtgeschwindigkeit um acht Minuten verzögerten Strahlen genau auf den Punkt der Erde abstrahlte, an dem ich nun stand

Und das bekam ich zu sehen

Dann lief ich weiter. Die Strahlen der Sonne erreichten mich flackernd durch den seitlichen Wald. An – aus, an – aus, an – aus …

Ich schaute mir das Farbenspiel weiterhin an und hörte derweil dem Sprecher meines Hörbuches zu. Das Hörbuch „Eine kurze Geschichte der Zeit“. Hinter mir tauchte ein gelbes und hüpfendes Etwas auf und kam immer näher. Im Augenwinkel vermischte es sich mit den orangen Sonnenstrahlen. Es war ein anderer Läufer. Ich vernahm seine Schritte

TACK TACK TACK TACK TACK

Er kam immer näher und überholte mich schließlich

TACK TACK TACK TACK TACK

Sein Blick ging starr geradeaus und wurde nur vom sich wiederholenden Kontrollblick seiner Zeit auf seiner Armbanduhr unterbrochen. Nach einigen Minuten war er so weit voraus, dass er immer kleiner wurde, wieder nur noch als winziges gelbes Etwas vorne am Horizont hüpfte, bis er sich scheinbar irgendwann in Nichts auflöste

Seine relative Zeit ist ungleich meiner relativen Zeit

„They just couldn’t believe that someone would do all that running for no particular reason.“ Forrest Gump