Nachdem ich im Jahr 2011 virtuell nach Novosibirsk gejoggt bin, nahm ich mir für die Zukunft ein neues virtuelles Ziel vor.
Zuerst entwickelte sich nur der Gedanke diese Strecke wieder “zurück” zu rennen, doch nur wenig später festigte sich ein ganz anderes Vorhaben in meinem Kopf.
Ich weiß bis heute nicht, ob das jemals vor mir jemand gemacht hat.
Einmal so schnell wie möglich um die Welt joggen.
Einen Extrem Ultralauf.
Den “Äquator 40.076,6km Täglichlaufen-Ultra”.
Ohne einen Tag Pause.
Ohne durch Krankheit oder Verletzung auszufallen.
Als Täglichläufer, oder wie man neudeutsch sagt, als Streakrunner.
Kurz gesagt.
Ohne Ausreden.
Virtuell um die Erde am Äquator
1.723 Tage (4 Jahre, 8 Monate, 18 Tage) hintereinander
40.076,6 Kilometer Laufstrecke (Erdumfang am Äquator)
Jetzt bin ich in den letzten 1.000 Tagen jeden Tag gelaufen.
War nicht einen Tag sonderlich krank.
War nicht einen Tag sonderlich verletzt.
War nicht einen Tag sonderlich mit Ausreden zugange.
Bin einfach jeden Morgen los gelaufen und zusätzlich am Nachmittag gewandert (Der Hund muss ja raus).
Die letzten 1.000 Tage waren…
Laufen: 22.669 km mit 258.403 Höhenmetern
und
Wandern 6.461 km mit 157.371 Höhenmetern
Also 29.130 Km zu Fuß oder 29 Km am Tag
Ich bin also ganz gut rum gekommen.
Und jetzt?
Ach ich mache einfach so weiter… Jeden verdammten Tag
Ich musste meinen Jubiläumslauf heute auch nicht alleine absolvieren. Zu meiner Überraschung waren Sven, John, Oliver, Martin, Arndt, Herbert und Stefan da um mich über die Grenze zu tragen (und um den Kuchen hinterher zu essen)
Heute ist der 2. Januar 2005 – und Anja und ich haben beschlossen, dass heute der erste Tag eines neuen Lebensabschnitts wird.
Wir beide haben in den letzten Jahren viel gearbeitet, viel gesessen, viel gegessen – und wenig für uns selbst getan. Bewegung war für uns eher ein Fremdwort, und unser Alltag drehte sich fast nur um Job, Pflichten und Essen.
Aber irgendwann kommt der Punkt, an dem man merkt: So kann es nicht weitergehen. Wir wollen wieder leben – richtig leben. Mit mehr Energie, mehr Freude, mehr Bewegung.
Also haben wir uns heute, am zweiten Tag des neuen Jahres, vorgenommen: Das Gewicht muss runter, und wir müssen wieder in Bewegung kommen.
Nicht mit irgendwelchen verrückten Diäten oder Blitzaktionen, sondern Schritt für Schritt – mit Verstand, mit Motivation und vor allem: gemeinsam.
Wir wissen nicht, wie schwer es wird. Wir wissen nicht, wie lange es dauert. Aber wir wissen, dass wir es wirklich ernst meinen.
Vielleicht ist das heute nur ein kleiner Anfang. Vielleicht wird es aber auch der Beginn von etwas viel Größerem – etwas, das unser ganzes Leben verändert.
Damals ahnen wir natürlich noch nicht, dass diese Entscheidung einmal nicht nur unser Leben verändern wird, sondern auch das vieler anderer.
Eines Tages – viele Jahre später – werden wir unsere Geschichte aufschreiben, um anderen Mut zu machen.
Doch heute, am 2. Januar 2005, denken wir noch nicht daran. Heute zählen nur wir zwei – Anja und ich – und der feste Wille, etwas aus uns zu machen.
Nachtrag: Unsere Geschichte über die Lebensveränderung erschien am 16. Januar 2018 mit dem Buch Lebenslauf – Kein Wettkampf . In diesem Buch wird die Zeit zwischen unserer Planung der Veränderung unseres Lebens bis zu meiner ersten virtuellen Weltumrundung im Streakrunning erzählt. Danach geht es hier in diesem Blog weiter.
Im Dezember 2004 haben Anja und ich beschlossen, dass sich bei uns dringend was ändern muss. Anja wog damals 125 Kilo bei 1,70 m (BMI 43,2) und ich brachte bei 1,87 m stolze 160 Kilo auf die Waage (BMI 45,7). Ihre Kleidergröße war 54, meine 64 – na ja, das spricht wohl für sich.
Uns war klar: So geht’s nicht weiter. Und weil der Jahreswechsel sowieso vor der Tür stand, haben wir kurzerhand entschieden – das Gewicht muss runter!
Aber bevor es ernst wurde, haben wir an Weihnachten und Silvester 2004 natürlich noch einmal ordentlich zugelangt. Alles, was lecker war, kam auf den Tisch – und ja, wir haben’s genossen! 😄
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