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Gedanken an Tag 1556 zwischen km 35964 und km 35989

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Es ist noch dunkel um kurz nach sechs und es regnet leicht

Ich warte auf Bulbul, der mich heute wieder ein Stück begleiten möchte, bevor er in die Schule geht

Zur vereinbarten Zeit ist er nicht da und so laufe ich los, ihm entgegen

Nach einem knappen Kilometer humpelt er mir entgegen und entschuldigt sich für seine Verspätung. Unnötig, denn er ist verletzt und hat unterwegs eine Pause einlegen müssen. Ich riet ihm heute den Arzt aufzusuchen und mal abklären zu lassen, was seine Schmerzen verursacht. So weiter zu humpeln ist sicher kontraproduktiv. Ich erklärte ihm noch kurz die ärztlichen Möglichkeiten, ob er sich durchs Krankenhaus oder den Ortophäden untersuchen lassen kann

Dann lief ich und er humpelte neben mir wieder zurück zur Beltener Straße

Hier hätte Masood mit einsteigen können. Ist er aber nicht

So lief ich alleine weiter und machte mir Gedanken über die Jungs. Bulbul, der ja nun augenscheinlich eine Verletzung am Fußgelenk hat, über Ousmane, mit dem ich gestern im Krankenhaus war um seine Knieschmerzen untersuchen zu lassen, um Schahariya, dessen Operationsnachwehen ihm schwer zu schaffen machen und und und

Wie sagt Bulbul immer so treffend?

Willst du ein Problem? Ruf mich an!

Ich trabte weiter in Richtung Lennep und dachte über die Wartezeit gestern im Krankenhaus nach. Ich saß mit Ousmane dort rum, jeder schaute ins Smartphone. Ich in seins und er in meins. Quasi überkreuz. Dabei versuchten wir uns zu unterhalten, so gut es denn geht zwischen zwei Leuten, die nicht die selbe Sprache sprechen. Irgendwann kam Ousmane aber auf die Idee sein Schulbuch herauszukramen und wir übten etwas die deutsche Sprache bis er an der Reihe war

Ich trabte weiter

Dann fiel mir wieder dieser Politiker aus Wermelskirchen ein. Wir sind nicht auf der selben Welle unterwegs, aber ich dachte eigentlich es würde besser mit der Kommunikation. Er hatte mich Ende letzten Monats über eine persönliche Facebooknachricht angeschrieben und wir haben etwas miteinander gechattet. Vernünftig und ohne Anfeindungen lief das ab. Das macht Mut am Ball zu bleiben. Doch dann lese ich gestern Abend nochmal so durch die Facebookgruppen und lese dort wieder aufgewärmtes altes, schon vergangenes Zeug, welches er und seine Frau erneut nach oben holen um damit eine miese Stimmung zu erzeugen. Die üblichen Pappnasen springen auf den Zug auf und rasen mit ihm in diesen dunklen Tunnel, in dem man nichts mehr sehen kann, nichts mehr fühlen kann, geschweige denn verstehen kann. Blind und taub und vor allem geschmacklos. Macht es also doch keinen Sinn mit diesen Leuten zu kommunizieren?

Ich trabe weiter

Mir kommt die heute zum vierten mal stattfindende Arbeitsgemeinschaft „Multikulturelles Zusammenleben“ in den Sinn. Macht es wirklich Sinn? Wir trafen uns dort im Auftrag der Stadt um herauszufinden, mit was und wie wir dieses „Multikulturelle-Zusammenleben“ unterstützen und fördern können. Heraus kam dabei in diesen bisherigen drei Treffen NUR die Absprache ein gemeinsames Fest im September zu organisieren. Boah. Das ist überwältigend, was wir da geschafft haben. Nicht

Wenn ich bedenke, wie einfach so ein Multikultitreffen am letzten Sonntag bei Rahul auf die Beine gestellt wurde, zack zweiunddreißig Leute eingeladen, ein paar Leute davon kochten, andere transportierten, andere bauten die Wohnung kurzerhand um und andere waren nur zum Essen und Trinken da, dann frage ich mich, was wir da bei so eine AG eigentlich machen :denk:

Wir sind für diese Arbeitsgemeinschaft „Multikulturelles Zusammenleben“ ungeeignet und werden damit heute aufhören

Ich trabe weiter und hoppla, da war ich schon in Lennep, bin wieder nach Wermelskirchen gelaufen und befinde mich auf den letzten Kilometern bis nach Tente und zurück in die Grünestraße, als mir noch etwas durch den Kopf geht

Ich bin gleich fertig und meine Schuhe schon lange

Gymnastik, Obst, Joghurt und Körner

„They just couldn’t believe that someone would do all that running for no particular reason.“ Forrest Gump