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Geschichte der Begegnung

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Vor einiger Zeit sprach ich mit Wolfgang über die Figurengruppe vor unserem Rathaus in Wermelskirchen

Wir wussten nicht, was diese seit Neunzehnhundertfünfundachtzig dort positionierte Gruppe aussagen wollte und dennoch vermuteten wir eine Parallele in die heutige Zeit

Es musste etwas mit Fremden zu tun haben

Ich hörte von Wolfgang, dass er glaubte jemanden zu kennen, der wisse was dahinter steckt

Doch ich war sehr ungeduldig und machte mich selbst auf die Suche nach der Geschichte der „Begegnung“

Über eine öffentliche Facebook-Frage bekam ich einen Hinweis auf den Künstler und machte mich im Internet auf die Suche nach ihm

Natürlich wurde ich rasch fündig und fragte ihn über Email nach der Geschichte seiner Kunst

Dies war seine Antwort…

„Hallo Herr Balschuweit

hier nun ein paar Gedanken zu meiner Figurengruppe „Begegnung“ in Wermelskirchen.

1983 hatte die Stadt Wermelskirchen einen bundesweiten Kunstwettbewerb ausgelobt mit dem Ziel, vor dem neuen Rathaus/Bürgerzentrum eine Plastik zu installieren, die den Bezug zum Bürgerzentrum wiedergibt. Diesen Wettbewerb hatte ich gewonnen.1985 wurde die Figurengruppe aufgestellt und eingeweiht.

Zur Symbolik :

3 Frauen begegnen sich mehr oder weniger zufällig.
Zwei Frauen unterhalten sich über eine dritte.

Die dritte ist eine Ausländerin/Türkin. Sie steht für eine soziale/gesellschaftliche Randgruppe. (In Wermelskirchen gab es damals ein großes Ausländerwohnheim/-zentrum).
Die Türkin nimmt das Gespräch wahr, das die beiden Deutschen Frauen führen, wagt aber nicht, sie dabei anzusehen.

Ihre Fußhaltung ist eine „Fluchtstellung“, das heißt sie kann jederzeit aufstehen und weggehen.

Die sitzende deutsche ältere Frau hat eine andere Fußhaltung, eine sogenannte „Ruhestellung“. Sie zeigt, hier gehöre ich hin.

Das gleiche gilt für das stehende junge Mädchen hinter ihr.

Wie sich die beiden Deutschen über die Türkin unterhalten, ist Einstellungssache der Betrachter, da ich keinerlei Vorgaben gemacht habe.

Die Bänke, auf denen sie sitzen, lädt Passanten ein, hier zu verweilen.

Bei genauerer Betrachtung sieht man, dass die beiden Bänke von oben gesehen, ein Fragezeichen bilden.

Die Frage lautet :
Wer schlägt die Brücke / überwindet die Kluft zwischen den Personen der beiden Bänken? Die ältere Deutsche oder das junge Mädchen?

Oder ist es die hochschwangere Türkin?

Wie und was denken sie voneinander?

Die Bänke besitzen noch ein weiteres Symbol.

Vervollständigt man die runden Bänke zu jeweils einem Kreis, so sitzt die ältere Deutsche innerhalb des Kreises – das heißt sie ist geschützt wie in einer „Wagenburg“.

Die Türkin aber sitzt außerhalb des Kreises – das heißt sie ist angreifbar von allen Seiten.

Probieren Sie es aus, und Sie werden erleben, wie sehr Sie selbst Teil dieser Gesprächsrunde werden.

Somit geht meine Figurengruppe weit über herkömmliche oberflächliche Abbildhaftigkeiten hinaus!

Vielleicht habe ich Ihnen mit dieser Interpretation von meiner Figurengruppe ein wenig helfen können.

Mit freundlichen Grüßen
Lüder seedorf

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Dies ist nun die Geschichte der „Begegnung“ in Wermelskirchen

Und es zeigt sich, wie aktuell diese Figurengruppe in der heutigen Zeit der vielen geflüchteten und hier gestrandeten Menschen ist

Die, welche für viele eine Randgruppe bilden

Die, welche sich bisher nur bei wenigen Einheimischen getrauen sie einfach anzusprechen

Die, über die eventuell hinter vorgehaltener Hand geredet wird

Was denken sie voneinander?

Es stellen sich also damals wie heute die Fragen

Wer schlägt die Brücke zwischen den Personen?

Wer schafft es, die Vorurteile niederzuringen?

Wer macht den ersten Schritt aufeinander zu?

Viele haben aus der Vergangenheit gelernt und knüpfen bereits fleißig Kontakte

Das ist die Kunst, wie auch die Figuren der „Begegnung“

Jedoch gibt es auch die anderen, die es noch nicht verstanden haben, dass Gräben etwas sind worüber man Brücken schlägt und sie nicht einreißt

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Das ist keine Kunst. Das ist nur niederträchtig

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Any ideas

Im Juli Zweitausendundsechzehn

Auch in Wermelskirchen gibt es kranke Hirne

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Wie kann man sie nur heilen?

And if you’ve got any ideas then feel free, you can post them

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Ein neuer Abschnitt

Als Anja mit Paul schon seit fünf Minuten unterwegs war, trat auch ich hinaus auf die Straße, um meinen Morgenlauf zu beginnen

Rahul holte mich ab und begleitete mich hinauf bis zur Beltener Straße

Er beginnt jetzt im August, nach seinem kürzlich durchgeführten Praktikum in einer Autowerkstatt, dort auch eine Ausbildung. Seit knapp zwei Jahren ist er nun hier. Ich schreibe in den nächsten Tagen noch ein extra Blog darüber

Wir holten dann Bulbul ab und liefen wieder über die „Labertrasse“ in Richtung Bergisch-Born

Rahul drehte dann irgendwann um und lief nach Hause, während ich mit Bulbul seine zehn Kilometer vollmachte

Um zehn Uhr hat Riaz einen Termin mit Frau H. aus B. um auch seinen Ausbildungsvertrag für eine Bäckerei fertig zu machen. En Do spricht mit ihr über ein Praktikum bei einem Friseur und Ali über seinen Ausbildungswunsch in der Metallbranche im Berufsbildungszentrum und danach wollen die Jungs gemeinsam ins Remscheider Strandbad

Das erste Mal in Deutschland

Und damit nicht aus Versehen einer irgendwem auf den Kopf springt, habe ich den Jungs empfohlen sich die Baderegeln vorher durchzulesen und falls sie die nicht verstehen, den Bademeister zu fragen

Den Eintritt übernimmt übrigens ganz spontan der Jens, denn vier Euro Eintritt sind auch nicht gerade ein Pappenstiel

So und wir düsen jetzt gleich ins Eiscafé

Ich bin total gespannt, wie es jetzt wird mit den Jungs. Sie kommen jetzt alle irgendwie in Ausbildung oder machen Schulabschlüsse nach und führen Praktika aus

Ein neuer Abschnitt

Ohne die Hilfe von so vielen ehrenamtlichen Helferinen und Helfern, die sich tagtäglich darum bemühen ist es nicht vorstellbar

Und fast alle machen mit

Gut so

Gymnastik, Obst, Joghurt und Körner

„They just couldn’t believe that someone would do all that running for no particular reason.“ Forrest Gump